Schmitt-Rousselle
            
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Erwin Rousselle

Rabindranath Tagore - 
Die Legende der Darmstädter Tagore Woche (9.-14. Juni 1921)

Zum Geleit:

Dieses Büchlein erscheint zum 50. Todesjahr Rabindranath Tagores, 70 Jahre nach der Darmstädter Tagore - Woche und der Abfassung dieser Legende; es erscheint auf Wunsch des Tagore - Instituts, Deutschland (Bonn), das auf ein 15 jähriges Bestehen zurückblicken kann, und das mit diesem Mythos das persönliche Erleben, die Ausstrahlung des indischen Poeten auf ein geistiges Deutschland jener Tage zeigen möchte. Durch die Verbreitung von vedischer Literatur, von philosophischen und literarischen Werken in Übersetzung, Nachdichtung oder Exegese war der Boden für den Besuch eines leibhaften indischen Weisen bereitet. Dem folgt auch der Autor der Legende durch seinen märchenhaften Stil, der der indischen Erzählliteratur nachempfunden ist. Der Rhythmus und der Klang der Worte lassen den Inhalt erst dann recht hervortreten, wenn alles langsam und laut verlesen wird.

Rabindranath Tagore weilte 1921 eine Juniwoche in Darmstadt (Dharmanagara) auf Einladung seines Freundes Graf (Kshatriya) Hermann Keyserling (1880 - 1946), dem Begründer der Schule der Weisheit, an der Erwin Rousselle als Privatdozent lehrte und dort Tagore begegnete. Es trafen sich Menschen, die die Einheit, den Kern aller Religion auf Erden, lebten, ohne die Mannigfaltigkeit der Offenbarung Gottes zu leugnen.

Rabindranath Tagore (1861 - 1941), d e r indische Dichter der Neuzeit, wurde 1913 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Tagore war nicht nur Dichter, Musiker, Maler. Als Lehrer inspirierte er an seiner Schule, der internationalen Universität Visva Bharati durch seine innere Erfahrung Schüler, Kollegen und alle Zuhörer und führte sie zur Bewußtwerdung ihres Seins. Rabindranath war lebendes Moment für den göttlichen Geist, der ihn aus den Upanischaden vorchristlicher Zeit in die Gegenwart, vom Orient zum Okzident führte und hüben wie drüben die Präsens Gottes, des Ewigen, des Höchsten Lichtes, durch Liebe, Freude und Bewußtheit ausstrahlen ließ.

Prof. Dr. Dr. Erwin Rousselle (1890 - 1949), der spätere Direktor des China - Instituts Frankfurt a.M, war neben seinen linguistischen, religionswissenschaftlichen und philosophischen Studien, die den Bereich des nahen und fernen Orients überdecken, ein praktizierender Mystiker, der nicht nur in der buddhistischen und taoistischen Welt verkehrte, sondern auch u.a. als Diakon für ein positives Christentum von ökumenischer Breite und universalistischer Weite wirkte. Sein Leben war durch lebendige Gotteserfahrung geprägt, die ihn für ein gegenseitiges Verständnis aller Religionen auf Erden eintreten ließ.

Die Legende der Darmstädter Tagore - Woche erschien 1921 im zweiten Heft der Mitteilungen der Schule der Weisheit Darmstadt, die den Serientitel Der Weg zur Vollendung tragen, im Otto Reichl Verlag.
Der Radscha ist der Großherzog Ernst Ludwig von Hessen, der den Ehrenvorsitz in der Schule der Weisheit inne hatte.

 
 
   
Om!
Verehrung dem heiligen Ganesha dem Gott der Weisheit!
 
 
 
das 1. Kapitel   Der Rat der Himmlischen
 
 
    Also wird erzählt: Einstmals blickten die dreiunddreißig großen Götter hernieder zur Erde und sahen, daß viele der Menschen ein Leben führten voll Wahn, voll Gier, voll Hass und gänzlich abgewichen waren vom Rechten, weil sie den Lichtglanz des Ewigen verloren hatten.
Da sprachen sie: Wohlan! Wir wollen die Geburt eines Menschen bewirken, der ihnen wieder das göttliche Licht zeigt, das auch ihnen gleich der Ampel in einer verborgenen, dunklen Nische heimlich glitzert und leuchtet.
Denn es kann sein, so sprachen sie, dass ein Weiser, ein Edler, ein Gütiger über die Erde wandelt, aus dem nach allen Richtungen der Welt das Höchste Licht erhellend, wärmend, Leben weckend strahlt - und es kann sein, dass Menschen, deren Augen nur wenig vom Staube bedeckt sind, den Glanz des Lichtes in diesem Weisen, Edlen, Gütigen sehen, ihr eigenes Licht in ihm erkennen und geläutert, erleuchtet, getröstet, voll Ehrfurcht vorwärts schreiten, ein jeder in seiner Weise - ein jeder in seiner Weise.

 
 
das 2. Kapitel   Die beiden Tiere
 
 
    Als nun die großen Götter die Geburt eines solchen Menschen bewirkt hatten, wurde ihm der Name gegeben Rabindranath Tagore. Aber niemand wusste warum! Eines Tages nun saß der Knabe unter der Tür des väterlichen Hauses und schaute hinaus. Und er sah ein Zeburind und einen Esel nebeneinander stehen. Die Kuh aber leckte liebreich dem Esel das Fell.
Da kam über den Knaben die große Erleuchtung.
Gleich wie die beiden Tiere, einander völlig fremd und von gänzlich anderer Artung, doch hinter allem Trennenden die gemeinsame, ewige Einheit spürten, so also erschaute der Knabe plötzlich den inneren Zusammenhang der ganzen Welt und aller Wesen.
Und durchdrungen vom Allgefühl erlebte er das Nicht-Anders-Können denn lieben, und sprach: Ich muss lieben.

 
 
das 3. Kapitel   Die Bahn der Sonne
 
 
    Der Knabe reifte zum Jüngling, und was die Himmlischen in sein Herz gelegt hatten, das strömte er aus in Gesängen voll Schönheit, voll Kraft, voll Weisheit. Das ganze indische Land, soweit der Rosenapfelbaum seinen kühlen Schatten spendet, hallte wider von den Liedern, die klingend aus seiner Seele sprangen.
Und als er, ein reifer Mann, immer gewaltiger den Grundton, den Ewigen, ertönen ließ, da verbreitete sich ein Lichtglanz über das Morgenland.
Ergriffen standen die Menschen und lauschten dem Sang des Erhabenen. Denn durch die Macht der Lieder teilte sich der Vorhang der Maya, und sie schauten voll Schauer und doch voll Liebe den Einen, der hinter der vielgestalten Welt thront .
Da kam es glühend über Rabindranath Tagore, und er sprach: Fünfzig Jahre bin ich alt geworden.
Mein Name heißt "Sonne". Bis heute durfte ich den Völkern im Osten leuchten. Nun will die Sonne ihre Bahn nach Westen gehen, ob ich etwa den Ländern des Abends leuchten kann, dass sie zu Ihm, bei dem es kein Osten und Westen gibt, sich wenden - sich wenden.

 
 
das 4. Kapitel   Der Blumengruß
 
 
    Im Abendland liegt eine Stadt, mit Namen Dharmanagara. Und in ihr lebte ein Freund Rabindra's, ein Kshatriya. Der hatte der Weisheit eine Schule errichtet. Den suchte er auf. Und was immer sein Freund, der Kshatriya gelehrt hatte, nach der Weise des Abendlandes, vom Königlichen Leben, vom Sonnenhaften Dasein, das zeigte sich nun den Menschen des Westens als leibhaftig seiend, ein lebendiges Symbol des ewig Einen in der Gestalt des Morgenländers.
Der hochherzige Fürst aber des Landes räumte ihm seinen Palast ein und ließ alle Tore des königlichen Parkes weit öffnen, damit es niemand verwehrt sei, das Licht der Sonne aus dem Osten zu schauen.
Es strömten aber die Menschen von allen Seiten herbei, und es kamen gepilgert ehrwürdige Brahmanen des Abendlandes, Drei - Veden - Gewaltige, Kenner von Schrift und Tradition, Wisser des heiligen Rechts und auch der hochwürdige alte Brahmane von Marapur, das Haupt der Schule der Uttara - Mimamsa - Philosophie, die die "Nicht - Zweiheit" von Sein und Denken lehrt. Und so kamen Menschen aus allen fünf Kasten, das ganze Volk.
Und da sich alle voll Ehrfurcht versammelt hatten im Parke auf grünem Rasen und zwischen den blühenden Rosen, da stieg, während die Vögel in den Bäumen zu Ehren des höchsten Lichtes sangen, der Weise aus dem Morgenlande über die breiten Terrassen vom Palaste hernieder zum Volke des Westens.
Fünf kleine Kinder aber lösten sich aus der Menge, gingen ihm voll heiliger Scheu, doch voll Vertrauen entgegen und brachten ihm Blumen als Gruß des ganzen Volkes.
Und der Weise nahm die Blumen aus Kinderhand entgegen, und ein Leuchten und ein Lächeln, ein unendlich gütiges, ging über seine Züge, und aller Herzen neigten sich ihm mit einem zu - einem zu.

 
 
das 5. Kapitel   Das Märchen der Kinderseele
 
 
    Des anderen Tages aber sprach Rabindra: Ich liebe Blumen und Kinder, sie sind der reinste Ausdruck Gottes.
Da ließ der Fürst, der hochherzige, der zartfühlende, alle Kinder - so viele es sein mochten - rufen, und der Palast füllte sich mit Hunderten der kleinen Geschöpfe.
Und sie standen oder setzten sich in der Halle und auf der großen, breiten Treppe im Inneren des Hauses, oben aber über zwanzig Stufen saß Rabindranath Tagore. Und indem er sonnig lächelte, sprach er: Liebe Kinderseelen! Im Osten, in meiner Heimat, habe ich immer viele Hunderte von Kindern in meiner Schule um mich, und ich bin jung mit ihnen.
Ein jedes Kind darf tun, was es will, baden, lernen, spielen. Und immer wollen sie neue Spiele, denn die alten Spiele werden doch langweilig. Und erfinde ich ihnen jeden Tag ein anderes. Und des Abends, wenn die Kühle kommt, setzen wir uns unter die Bäume und ich erzähle ihnen Märchen. Wenn dann aber die Stunde der Nacht naht, daß die Kleinen in den Schlafsälen zur Ruhe gehen sollen, dann bitten sie mich, mit ihnen zu gehen und doch noch ein Märchen zu erzählen. Da muss ich mich fügen. Wäret ihr doch einmal bei mir im Osten! Ihr würdet mit meinen Kindern euch sofort verstehen, denn Kinderherzen verstehen einander. Und ihr würdet auch mich alten Mann, der ich im Herzen immer jung und ein Kind bin, lieb gewinnen, so wie ich euch lieb habe. Unsere Seelen sind eins! Da leuchteten die Augen der Kinder, denn sie fühlten mit ihren zarten Seelen die Liebe des Weisen, des Edlen, des Gütigen, und sie waren auf einmal ganz vertraut mit ihm in ihres Herzens Mittelpunkt - dem Mittelpunkt.

 
 
das 6. Kapitel   Das Sangesopfer
 
 
    Am Nachmittage des gleichen Tages pilgerten Hunderte zu einer Halle. Dort hatte der Radscha, der hochherzige, der schönheitsliebende, für den Weisen Blumenpflanzen in unendlicher Zahl von mannigfaltiger Farbe und köstlichem Duft hinbringen lassen.
Rabindra aber, umgeben von dem Blumenmeere, ließ sein Wesen zum Volke sprechen durch den Klang seiner Lieder. Und obwohl er in seiner indischen Sprache zu ihnen sang, so verstanden ihn doch alle, und ihre Seelen wurden hingerissen in den Rhythmen und den Tönen seiner Lieder und erlebten Sehnsucht, Tröstung und Befreiung, da sie ihn schauten und hörten.
Und als Tagore so ihre Seelen an sich gezogen hatte, da hob er sie in die Sphäre des Göttlichen.
Er sang ihnen in der heiligen alten Sprache den sakralen Frühlingsreigen der Gita - Govinda, und die Menschenherzen schlossen sich weit auf wie Blüten im Frühjahr. Und er sang ihnen ein Lied der Regenzeit, und unendliche Wasser strömten durch die schauernde Seele des Volkes. Dann aber vollendete er sein Werk mit dem Lied vom Opfer. Und während die erhabenen Veda - Klänge durch den Raum ertönten, da versank plötzlich die Halle, und alle fühlten das Nahen Gottes, und begriffen: Unseres Lebens Sinn ist das Opfer - das Opfer.

 
 
das 7. Kapitel   Die Versöhnung
 
 
    Alle Tage aber des Vormittags sprach Tagore zum Volk im Parke des Radscha goldene Worte.
Und sein Freund, der Kshatriya, verdolmetschte die Gedanken des Erhabenen mit der Lebhaftigkeit des Abendländers und mit erstaunlicher Treffsicherheit.
So aber lehrte Rabindranath: Ein anderes ist Einheit, ein anderes Einheitlichkeit. Strebt nach Einheit, dem Kerne aller Religion auf Erden, aber laßt Einheitlichkeit, denn mannigfaltig offenbart sich Gott im Osten und im Westen.
Am Abend aber sprach er wiederum zum Volke im Haus der Halle: Mächtige Reiche gibt es im Osten und Westen, aber bei euch hat man vergessen, wozu das Reich ist. Da erdrückt das leere Gehäuse die Menschen und seelenlos geworden kennt ein solches Land nur eines: Macht. Da dehnen solche abendländischen Reiche ihre Macht nach dem Osten aus, Vernichtung bringend und Vergiftung der Seele. Denn zur Abwehr werden auch Morgenländer dem Sinn des Reiches untreu und wollen der Macht mit Macht begegnen.
Doch jeder Tat folgt ihre Sühne. Und wenn der Wahnsinn weiterfrißt, so werden am Ende in einem Riesenkampfe Morgen- und Abendland gegeneinander stehen und die Menschheit sich selbst zerfleischend in Nacht versinken. Das darf nicht sein. So wandelt euren Sinn, beseelt euer Reich wieder mit Menschlichkeit. Mögen die Alten unter ihrem Gold und ihren Waffen sterben. Ihr aber, die ihr jung seid, erhebt euch und euer Reich zum Göttlichen. Wandelt euren Sinn. So wird überall Versöhnung und Friede die Völker verbinden.
Und da alle, die im Herzen jung waren, ergriffen den mahnenden Worten des Erhabenen lauschten, - 17 - da wandelte sich, läuterte sich, straffte sich ihr Sinn, und hoher Segen strömte nieder auf die Menge.
Rabindra aber sang bewegt in alter, heiliger Sprache aus den Upanischaden. Was er aber sang, bringt Segen - bringt Segen.

 
 
das 8. Kapitel   Der Sang am Berg
 
 
    Am Tag der Sonne führte der Fürst von Dharmanagara den Edlen hinaus zu einem Berge, genannt der Brahmaberg. Oben aber auf dem Berge steht ein kleiner Tempel. Vor diesem nun ließ sich Tagore nieder. Es strömten aber die Menschen zu Tausenden herbei und füllten die bewaldeten Hänge des Berges.
Und wie sie den Meister erblickten, da schlugen ihm ihre Herzen entgegen, und sie sangen ihm die Lieder ihres Volkes.
Er aber lauschte, und mit dem Ohre des Dichters hörte er in den Klängen der Lieder den Herzschlag des Volkes. Da ergriff ihn das Gefühl der Verbundenheit, das alle vereinigte, die singend im Walde auf den Hängen des Brahmaberges den Erhabenen umgaben, und er sprach: Im Liede verstehen sich alle Menschen, auch ohne dass sie die Sprache des anderen kennen, denn im Liede kommt des Menschen inneres Sein zum Ertönen. Das aber ist das Göttliche im Menschen, das alle vereinigt. In seinem Lichte sind wir eins, Da wurden die Menschen froh, denn sie hatten das Licht gesehen. Des Abends aber am anderen Tage pilgerten sie in den Park des Radscha und sangen dem Erhabenen des Ostens, der in die kühle Nacht hinaus lauschte, Lieder voll Dank, denn er hatte sie das Höchste schauen gelehrt: das Licht - das Licht.

 
 
das 9. Kapitel   Das Ziel
 
 
    Als nun der Tag des Scheidens kam, da sammelte sich noch einmal das Volk im Garten des Fürsten voll Dankbarkeit und voll Wehmut des Abschieds.
Tagore aber sprach: Einstmals wachte ich nachts in Schmerzen auf, gestochen von einem giftigen indischen Tausendfuß.
Ich wurde aber bewusst, daß es ja nur der Körper war, dem Schmerz zugefügt wurde, nicht mein inneres Sein. Und indem ich mir dessen bewusst ward, ließ der Schmerz nach, und am Morgen war alles heil.
So auch seid ihr durch großes Leid geprüft und ein Tausendfuß hat euch gestochen. Aber es hilft nichts, dass der Mensch an die Niederlage denkt, das wäre doppelte Niederlage. Wendet vielmehr den Blick auf euer inneres, geistiges Sein und führt so ein Leben des Siegers.
Die Materie kann den Geist nicht ausdrücken, sie ist von Trägheit beherrscht. Aber wie die Blume auf dem Felde erblüht, so blüht das Leben, das nicht mehr von Trägheit gehemmte. Wie aber auch die Blume ihre Blätter verlieren muss, dass die Frucht komme, so muss im Leben der Geist in Erscheinung treten. Der Geist aber soll das Göttliche entfalten .
Befreit, ihr Abendländer, euch von der Barbarei des Verstandes und werdet zum Gefäß, zum Sinnbild, zum Gleichnis Gottes.
Segen, Frieden und Fortschreiten eurer Arbeit und eurer Andacht auf dem Pfad zur Vereinigung mit Gott - Vereinigung mit Gott.

 
 
das 10. Kapitel   Die leuchtende Spur
 
 
    Als nun der Erhabene den leiblichen Augen der Menschen des Westens entschwunden war, da ging in der Tat die Sonne im Westen unter. Aber eine Spur blieb, eine leuchtende, in den Herzen der Menschen, die voll Ehrfurcht das Wesen des Erhabenen geschaut hatten, getröstet, dass solche Vollendung auf Erden möglich. Und die Kunde von ihm ging wie ein mildes Licht durch das ganze Land.
Und selbst die Kleinlichen, die Verstandesmenschen, die ewig Gekränkten, die Häupter unfehlbarer Richtungen, welche schmähten und sich selbst des Anblickes des Erhabenen enthalten hatten, wurden von der Kunde erreicht und bestürzt. Denn das milde Licht des siegreich Vollendeten umfloss sie, überwand sie, läuterte sie von allen Seiten.
So ward erfüllt, was die großen Götter gesprochen: Es kann sein, dass ein Weiser, ein Edler, ein Gütiger über die Erde wandelt, aus dem nach allen Richtungen der Welt das Höchste Licht erhellend, wärmend, Leben weckend strahlt - und es kann sein, dass Menschen, deren Augen nur wenig vom Staube bedeckt sind, den Glanz des Lichtes in diesem Weisen, Edlen, Gütigen sehen, ihr eigenes Licht in ihm erkennen und geläutert, erleuchtet, getröstet, voll Ehrfurcht vorwärts schreiten, ein jeder in seiner Weise - ein jeder in seiner Weise.

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